Wie gesundheitsschädlich ist 5G wirklich?

5G soll riesige Datenmengen schnell übertragen. Doch es könnte auch der Gesundheit schaden. Europas Regierungen ignorieren die Gefahr.

Ein elektrischer Kleinbus kurvt über ein menschenleeres Testgelände im Nirgendwo der rheinischen Provinz. Zwei Passagiere sitzen auf der Rückbank. Dann plötzlich erscheint aus dem Nichts eine weitere Person. Hannes Ametsreiter, der Chef von Vodafone Deutschland, gesellt sich zum Gespräch – als Hologramm. Eigentlich arbeitet er am Schreibtisch im 70 Kilometer entfernten Düsseldorf, aber zugleich sitzt er scheinbar leibhaftig im Wagen. Mimik, Gestik und Körpersprache lassen den elektronischen Geist beinahe lebendig aussehen. Dafür müssen mehrere Gigabytes pro Sekunde übertragen werden, ein Sender neuer Art macht es möglich. „Der Fahrersitz im Auto der Zukunft wird zur Fernsehcouch – oder zum Bürostuhl“, frohlockt der Manager.

Der Ausbau von 5G soll 500 Milliarden Euro kosten.

Der Ausbau von 5G soll 500 Milliarden Euro kosten.Foto: Tobias Hase/dpa

Solche und ähnliche Gags inszeniert die Telekommunikations-Industrie schon seit Monaten in ganz Europa. Da lässt die Telecom Italia in Turin Drohnen über die Piazza Vittorio fliegen, um Medikamente auszuliefern und die Straßen von Transportern zu befreien. Oder der schwedische High- Tech-Konzern Ericsson demonstriert die automatische Fernüberwachung von Schwerkranken und chirurgische Operationen per Roboter. Konkurrent Nokia zeigt, wie Roboter im Takt von Millisekunden vernetzt gemeinsam eine komplexe Aufgabe lösen.

Ein Information von Rüdiger Weis – Baubiologie Plauen
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Vom Winde verweht: So spüren wir Pestizide in der Luft auf

© Umweltinstitut / Jörg Farys

Landwirtschaftsreferentin Christine Vogt beim Installieren eines Passivsammlers

(13.02.2019) Pestizide landen nie zu 100 Prozent an ihrem eigentlichen Bestimmungsort. Ein Teil der Wirkstoffe verbreitet sich in der Luft und belastet damit unsere Gesundheit und die Umwelt. Staatliche Stellen haben diese Belastung bisher nicht systematisch untersucht. In diesem Jahr werden wir mit mehreren Untersuchungen dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Erste Ergebnisse werden bereits im März vorliegen.

Rückstände von Pestiziden finden sich in unserer Nahrung, in unserer Kleidung und sogar in Hygieneprodukten wie Tampons oder Babywindeln. Doch finden sich Pestizide auch in unserer Atemluft? Eine systematische Messung der Luft auf Pestizidrückstände findet bislang von behördlicher Seite nicht statt.

Immer wieder kommt es zu aufsehenerregenden Fällen, in denen die Windverfrachtung von Pestiziden schwere Schäden in der Umwelt anrichtet. Ein besonders dramatischer Fall führte beispielsweise 2008 im Rheinland zum Tod von Millionen Bienen und tausenden Bienenvölkern: Das von Bayer vertriebene Insektengift Clothianidin wurde durch den Wind auf benachbarte Felder verfrachtet und tötete dort massenweise Bienen und andere Bestäuber.

Ein unterschätztes Problem?

Doch auch über diese Fälle hinaus mehren sich die Hinweise, dass wir es bei der Verbreitung von Pestiziden möglicherweise mit einem noch größeren, lange unterschätzten Problem zu tun haben. Einem Problem, das noch über die Belastung von Böden, Gewässern oder Nahrungsmitteln hinausgeht: Einer nachweisbaren, beständigen Belastung unserer Atemluft, unserer Gesundheit und letztendlich unseres gesamten Ökosystems durch giftige Spritzmittel.

Bereits Anfang 2018 starteten wir deshalb eine Untersuchung in Südtirol, Europas größter Obstbauregion. Dort werden zehn Prozent der europäischen Äpfel produziert; die Plantagen werden bis zu 30-mal im Jahr mit Pestiziden gespritzt. Die Ergebnisse unserer Untersuchung präsentieren wir am 8. März in der Südtiroler Gemeinde Mals, die sich 2014 per Volksabstimmung zur ersten pestizidfreien Gemeinde Europas erklärte.

Zusätzlich starten wir nun ein groß angelegtes Projekt in Deutschland: Gemeinsam mit dem „Bündnis für eine Enkeltaugliche Landwirtschaft“ (BEL), einem Zusammenschluss der Bio-Branche und dem unabhängigen Umweltbüro „Team Integrierte Umweltüberwachung“ (TIEM) werden wir an jeweils mehreren Dutzend über ganz Deutschland verteilten Standorten technische Passivsammler aufstellen, Filter von Belüftungsanlagen analysieren und Pollen auf Pestizidrückstände untersuchen. Ergänzend wird die Belastung der äußersten Rindenschicht von Bäumen gemessen.

Die Ergebnisse einer Vorstudie des BEL, in der an 47 Standorten in ganz Deutschland Baumrinde auf Rückstände von Pestiziden untersucht wurde, verheißt nichts Gutes für unsere Luftqualität: An allen Standorten wurde eine Pestizid-Belastung nachgewiesen. Insgesamt 106 Substanzen in unterschiedlichen Kombinationen fanden die ForscherInnen. Neben derzeit häufig eingesetzten Ackergiften wie Glyphosat oder Pendimethalin finden sich auch Rückstände des seit Jahrzehnten verbotenen DDT in der Luft.

Es ist also höchste Zeit, dieses Problem systematisch anzugehen und die Politik zu sensibilisieren. Denn weder das europäische Zulassungsverfahren für Pestizide noch die Anweisungen für die fachliche Praxis scheinen dazu geeignet, uns und unsere Umwelt ausreichend zu schützen.

Quelle: Umweltinstitut München

 

Ein Information von Rüdiger Weis – Baubiologie Plauen